Auf dem Tisch im Februar 2020

Die Zeit verfliegt: der Februar ist auch schon wieder vorüber. Zeit für den Monatsrückblick mit allem, was diesen Monat neu für mich war, und meinem persönlichen Spiel des Monats. Dieses Mal u.a. im Fokus: Dungeons & Dragons, Ozeane und Monolith Arena.

Spiel des Monats

Mein Spiel des Monats ist für mich dieses Mal Dungeons & Dragons. Unsere Kampagne läuft bereits seit etwa einem Jahr. Wir schleichen zwar durch die Homebrew-Welt unseres Spielleiters wie die Schnecken, aber jede Menge Spaß haben wir trotzdem. Die beiden Sessions diesen Monat waren etwas besonderes: zweimal beinahe Hops gegangen, und doch noch haarscharf überlebt, die Gefangenen Brüder unseres wackeren Mönches vor der Opferung bewahrt, jede Menge Kultisten verprügelt und den bisherigen „Oberschurken“ (der sich zugegebenermaßen nicht sehr geschickt angestellt hat) endgültig ausgeschaltet. Im Grunde sind wir jetzt so richtig fertig mit unserem Einführungsabenteuer. Ich bin sehr gespannt, wie es mit unseren Helden weitergeht, und ob sie das Erlebte bereits zu einer echten Einheit verschweißt hat, die auch über die unmittelbare Bedrohung hinaus hält. Auf viele weitere coole Sessions!

Dungeons and Dragons Session Miniaturen
Zwischenzeitlich sah es echt nicht gut aus. Mein Tiefling-Schurke ging sogar mehrfach zu Boden…

Neu für mich im Februar

Monolith Arena: Academics

Monolith Arena war für mich persönlich einer der Hits der Spiel ’18, daher war ich doch ziemlich enttäuscht, von der Spiel ’19 nicht die neue „Akademiker“-Fraktion mit nach Hause nehmen zu dürfen. Mittlerweile habe ich die Hoffnung auf ein Pegasus-Release aufgegeben und mir die englischen Version direkt von Portal bestellt.

Die Academics sind eine Magier-Fraktion, die relativ schwach ins Spiel startet, aber mit ihren Befehlsplättchen eigene Einheiten über „Mana Charges“ verbessern kann. Diese schalten zusätzliche Angriffe oder Fähigkeiten frei.

Monolith Arena Academics - Spielsituation
Die Academics haben eine gute Ausgangsposition für den ersten Kampf.

Portal hat ja manchmal das Problem, das Erweiterungsfraktionen so lächerlich überpowert sind, dass sie die Grundspielfraktionen einfach nur in den Boden stampfen (ich erinnere nur an die Azteken aus Imperial Settlers). Die Academics wirken zwar ebenfalls sehr stark, die ersten Beiden Runden gegen die Zwergen-Fraktion endete aber mit einem 1:1. Man kann also durchaus Mittel gegen sie finden. Die neuen Mechaniken machen Spaß und sorgen dafür, dass sich die Zauberzausel deutlich anders „anfühlen“ als das bisherige Monolithen-Establishment, gleichzeitig wird das Spiel aber auch nicht überladen. Wer Monolith Arena mochte, sollte sich die Academics unbedingt ansehen.

Min-Amun

Min-Amun, das im Original Fertility heißt und vom noch jungen aber ziemlich fleissigen Kobold Spieleverlag nach Deutschland gebracht wurde, ist ein Plättchenlegespiel mit Ägypten-Thema. Wir legen Domino-artige Tal-Plättchen auf einem zentralen Tableau an, um Ressourcen zu generieren und Monumente zu bauen. Die Ressourcen können wir anschließend nutzen, um neue Bezirke für unser jeweils eigenes Metropolen-Tableau zu kaufen oder Aufträge auf diesen Plättchen zu erfüllen. Als Belohnung gibt es entweder andere Ressourcen, Siegpunkte, Siegpunkte-Multiplikatoren für bestimmte Ressourcen oder Götterstatuen, mit denen wir Sets für die Endwertung sammeln. Am Ende des Zuges nicht verbratene Ressourcen verfallen, Timing ist also nicht unwichtig.

Tal-Auslage Min-Amun
In der zentralen Talauslage verdienen die SpielerInnen Ressourcen und errichten Monumente.

Min-Amun ist von der Komplexität irgendwo auf halbem Wege zwischen Kingdomino und Carcassonne angesiedelt. Die Regeln fühlen sich ziemlich „streamlined“ an und kommen ohne unnötigen und schwer erklärbaren Ballast aus. Der Look des Spiels ist durchwachsen – das Tal-Tableau und die dort ausliegenden Plättchen finde ich eigentlich recht hübsch, die Bezirksplättchen mit den Auftragen sehen dagegen ziemlich überfrachtet aus.  Zudem sind die Metropolen-Tableaus aus ziemlich fimmeliger Pappe.

Solides Familienspiel, allerdings mit begrenzter Spieltiefe, das daher wohl kaum an die Langlebigkeit eines Carcassonne heranreichen dürfte.

Ozeane

Manche Spiele machen schon Spaß, wenn man das erste Mal die Schachtel öffnet und die Teile auspöppelt. Jüngst durfte ich das bei Ozeane erleben, dem neuen Ableger aus der Evolution-Reihe, der im Februar Schwerkraft sei dank frisch von Kickstarter in meinem  Regal gelandet ist. Das Artwork, das Material, der gesamte visuelle Eindruck macht einfach Freude. Klar, das musste sofort auf den Tisch!

In Ozeane entwickeln wir über das Ausspielen von Karten unsere eigenen Fischspezies, die wir wachsen lassen, indem wir Fische aus dem Riff oder auch mal andere Spezies verspachteln. Jede Runde altern alle unsere Spezies, was bedeutet, dass sie an Bevölkerung verlieren, wir aber entsprechend Punkte erhalten. Füttern darf ich aber nur eine einzige Spezies pro Runde. Der Trick ist also, mehrere Spezies möglichst effektiv am Leben zu erhalten, damit sie uns langfristig Punkte generieren.

Ozeane Spielsituation
Im Riff ist gegen Spielende mächtig was los.

Zu Beginn arbeiten wir dabei alle mit einem Pool aus zwölf verschiedenen Grundfähigkeiten, die unsere Tierchen zu gefürchteten Jägern, lästigen Schmarotzern oder gewieften Putzerfischen machen, die sich die Krumen vom Fresserfolg anderer zusammenklauben. Richtig cool wird das Spiel aber durch das zweite Kartendeck, die sogenannte Tiefe, mit der wir unsere Spezies mit einzigartigen Eigenschaften ausstatten können.

Ozeane ist wirklich ein wirklich gelungener Engine Builder mit einem tollen Thema und farbenfroher Aufmachung. Bei unserer Spielrunde zu dritt war ich überrascht, wie divers sich unsere Auslagen schon mit den Grundeigenschaften gestalteten. Ziemlich früh begann dann der Run auf die coolen Tiefen-Karten, durch die sich die Strategien endgültig auseinander bewegt haben. Gleichzeitig ist das Spiel sehr interaktiv – ständig schaut man, wie man sich an den Erfolg der Mitspieler dranhängen oder ihre besten Spezies anknabbern kann. Tolles Spiel, ich freue mich auf weitere Partien.

Runebound (3. Edition)

Ok, das kann ich kurz halten. Ich mag Fantasy Flights Terrinoth-Welt, aber mit Runebound bin ich so gar nicht wahrgenommen. Das Spiel ist einfach mechanisch so „all over the place“: Bewegung wird durch Würfel entschieden, Fertigkeitsproben über das Aufdecken von Karten, Kämpfe durch Münzwürfe. Das wirkt wie Stückwerk – und wie der Versuch, möglichst viele Mechaniken in ein Spiel hineinzuballern, nur um irgendwie was anders zu machen.

Runebound Spielsituation
Das Hin- und Herreisen durch Terrinoth ist leider eher spannungsarm.

Wir haben kooperativ mit der Eiserne Bande-Erweiterung gespielt und leider fehlte dem gewählten Szenario (Kampf gegen den Drachen Margath) zudem einfach komplett der Spannungsbogen – was bei einem ca. dreistündigen Spiel gar nicht gut ist. Die Partie bestand im Grunde aus einer wilden Aneinanderreihung von Zufallsbegegnungen, bei denen man irgendwie hoffen musste, etwas nützliches für den Bossfight zu ergattern. Das klappte dann auch manchmal, manchmal ging es in die Hose – beeinflussen kann man das nur begrenzt. Leider kann man sich auch nicht einfach von der Story treiben lassen, denn die kommt über zarte Ansätze auch nicht hinaus.

Wenn der gute Daniel das Teil unbedingt noch mal spielen will, würde ich mich breitschlagen lassen, aber ich werde mich nicht von mir aus drum reißen… dafür gibt es viel zu viele grandiose kooperative Spiele.

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