Auf dem Tisch im Januar 2020

Ende der Funkstille hier im Blog, es ist Zeit für den ersten Monatsrückblick des Jahres! Mit dabei: jede Menge Flügelschlag, und Gedanken zu ein paar für mich neuen Spielen.

Was war los?

Zack, da ist der erste Monat des Jahres schon wieder vorbei, und ich war recht blog-faul. Ein Blick auf die meistgespielten Titel des Monats zeigt schon, was eigentlich dringend fällig wäre, nämlich eine Rezension zu Flügelschlag. Zu zweit mit meiner Frau habe ich fast nichts anderes gespielt. Ich muss mir dringend mal in Worte fassen, was ich von der Flatterviechersammelei eigentlich so halt. Ultrakurzfassung schon mal vorneweg: ich find’s richtig, richtig klasse.

Flügelschlag Spielsituation
Flügelschlag! Meine Frau und ich sind ja beide ein bisschen verliebt in dieses Spiel.

Ansonsten finden sich in der Januar-Liste ein paar der üblichen Dauerbrenner: X-Wing und Magic sind mal wieder dabei, und die D&D-Kampagne ging auch wieder weiter. Unter den Familienspielen ist Dixit sowieso ein Evergreen. Zwei Spiele hatten allerdings besonders lange Pause: das nette kleine Push-your-Luck-Spiel Willkommen im Dungeon war vorher zuletzt im Dezember 2017 auf dem Tisch. Und Thunderstone Advance, immerhin eins der ersten Spiele, die ich mir überhaupt ins Regal gestellt habe, hatte sogar seit April 2016 Pause. Schade eigentlich, denn ich hab ein ganzes Regal damit voll stehen…

Was war neu für mich?

Superfight

Wer gewinnt den Kampf: Conan mit Jedikräften, oder der Hulk, der Feuer spucken kann? Genau darum geht es in Superfight, einem supersimplen Partyspiel, das auf der Prämisse aufbaut, dass Nerds eh gerne und ständig über solche Themen streiten. Hat man die besagten Nerds am Tisch, wird man von Superfight auch für eine Weile gut unterhalten. Wie bei allen Spielen dieser Art ist der Wiederspielwert relativ gering (irgendwann hat man alles gesehen). Und seien wir mal ehrlich, im Grunde ist das auch eher eine kollektive Beschäftigung als ein echtes „Spiel“.

Gefällt mir besser als Cards Against Humanity und Konsorten, weil man hier nicht nur mehr oder minder lustige Karten, die man halt zufällig gezogen hat, kombiniert, sondern tatsächlich ein bisschen kreativ sein muss. Ja, WARUM hat Jedi-Conan denn nun keine Chance gegen den Feuerspucker-Hulk? Kann man in bestimmten Situationen mal rausholen.

[An dieser Stelle sollte ein Bild stehen, aber der Herr Blogger hat vergessen zu knipsen. Nunja, sieht ungefähr so aus wie Cards Against Humanity. Wer trotzdem wissen will, wie’s aussieht, findet hier den BGG-Eintrag zu Superfight.]

Es war einmal…

Echt märchenhaft… [Bildquelle: W Eric Martin / Boardgamegeek.com. Veröffentlicht unter der Creative Commons License: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/]
Noch ein Partyspiel, diesmal ein ganz klassisches. Die SpielerInnen erzählen zusammen ein Märchen voller Königskinder, böser Stiefmütter, verzauberter Frösche und allem was eben so dazugehört. Dabei versuchen allerdings alle, das Märchen zu dem von ihrer Spielende-Karte vorbestimmten Finale zu führen, um am Ende als Gewinner dazustehen.

Es war einmal… ist vielleicht DER Klassiker unter den Erzählspielen. Wie bei anderen Spielen dieser Art tut man gut daran, die Regeln eher als grobe Leitlinien zu interpretieren. Hat man das im Hinterkopf, funktioniert das gemeinsame Märchenerzählen sehr gut. Wir hatten sehr viel Spaß mit unserem Märchen vom hässlich-hübschen Kind aus dem Königreich der Nacht. Bei der Anschließenden Dixit-Runde sind immer wieder Motive daraus in die Hinweise herübergeschwappt. Würde ich gerne öfter spielen – muss ich wohl mal für die eigene Sammlung anschaffen.

BattleLore

Battlelore Spielsituation
Können die Franzosen ihre Riesenspinne in Position bringen, bevor sie im Pfeilhagel der englischen Goblins untergehen?

Hundertjähriger Krieg, aber auf Seiten von Franzosen und Engländern mischen auch Zwerge, Goblins und Riesenspinnen mit? Das Thema der ersten Edition von BattleLore ist schon speziell. Da ist die zweite Edition mit ihrem reinen Fantasy-Thema deutlich konsistenter – aber irgendwie hat gerade dieser merkwürdige Mischmasch auch seinen Charme.

Wie bei „Commands & Color“-Spielen üblich aktivieren wir unsere Truppen über Karten, die sich auf  bestimmte Bereiche des dreigeteilten Schlachtfelds beziehen. Ziel ist es normalerweise, als erster eine bestimmte Anzahl gegnerischer Einheiten zu zerstören. Über Charaktere im vor dem Spiel zusammengestellten Kriegsrat kommt eine leicht asymmetrische Komponente ins Spiel – vielleicht habe ich einen Priester und einen Krieger, mein Gegner aber einen Zauberer und Schurken dabei, dessen Karten er dann günstig nutzen darf. Trotzdem bleibt BattleLore eine ziemlich entspannte Angelegenheit – ein schnelles Taktik-Spiel, in dem man sich mit Hilfe einer Handvoll Würfel einfach mal ohne zu viel Grübeln ordentlich auf’s Dach haut. Auch mal schön, nicht ewig an Armeelisten arbeiten zu müssen und eine Schlacht schnell in 60 bis 90 Minuten durchzufetzen. Kommt hoffentlich im Februar noch mal auf den Tisch.

KeyForge: Kollidierende Welten

Keyforge Karten
Bisher vielleicht der coolste Deckname in meiner Sammlung.

Ich mag KeyForge, das wisst ihr ja schon. Trotzdem lagen meine beiden Decks aus dem aktuellen Set Kollidierende Welten monatelang ungespielt im Regal. Diesen Monat gab es mit jedem der beiden Decks endlich eine Testrunde. Viel zu früh für ein Urteil, aber ich mag die neue Dino-Fraktion, bin ein bisschen traurig, dass ich kein Deck mit der Sternenallianz habe, und habe den Eindruck, dass Spiele mit diesem Set tendenziell ein bisschen flotter vorangehen als mit Zeitalter des Aufstiegs. Wenn sich das so bestätigen sollte, wäre das positiv, vor allem Spiele mit Brobnar und Sanctum konnten ja manchmal ein bisschen „grindy“ sein.

Draftosaurus

Draftosaurus Spielsituation
Dinos draften mit Draftosaurus. Bier nicht im Grundspiel enthalten…

„…-Spiel, aber ohne …“ scheint mir ja irgendwie angesagt zu sein. Draftosaurus ist ein Drafting-Spiel, aber ohne Karten. Stattdessen werden hübsche Holzdinos herumgegeben, die wir in unserem Dinopark so platzieren wollen, dass sie uns möglichst viele Punkte bringen. Dafür arrangieren wir sie in Gehegen mit Pärchen, Dreiergruppen, unterschiedlichen oder gleichen Dinos. Ein Würfelwurf schränkt die Platzierungsoptionen ein, darf aber vom jeweils aktiven Spieler ignoriert werden.

Draftosaurus spielt sich flott und macht Spaß, bietet eine niedrige Einstiegshürde, ist aber vermutlich auch nicht so variabel wie ein 7 Wonders oder Sushi Go! Party. Würde ich wieder spielen, wenn’s jemand hat, muss ich aber nicht kaufen, obwohl Aufmachung und Thema mir gut gefallen.

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