An der Lebenserhaltung (Pandemic Legacy Blog, Teil 11)

Achtung! Spoilerwarnung! In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit Pandemic Legacy: Season 1 – für mich, für alle Beteiligten und für Spieler, die das Spiel selbst schon gespielt haben, und neugierig sind, wie es anderen in ihren Kampagnen so erging. Spoiler sind also unvermeidbar. Juli, die zweite – dabei ist längst August.

Achtung, Spoiler!

Der Patient Pandemic Legacy hängt an der Lebenserhaltung, aber wir weigern uns, die Maschinen abzustellen. Das liegt daran, dass uns das Spiel immer noch Spaß macht – jedenfalls zwei von drei verbliebenen MitspielerInnen. Meine Frau war allerdings nach Niederlage um Niederlage (immerhin sechs in Folge!) von dem Spiel nur noch frustriert. Jedes Mal, wenn dann doch mal ein Spieltermin anstand, legte sie ihr Veto ein und wählte ein anderes „Hauptevent“ für den Abend – vor allem, wenn auch ein Escape-Room-Spiel oder ein Schmankerl wie Sherlock Holmes Criminal-Cabinet zur Auswahl standen, hatte Pandemic Legacy schlechte Karten. Dabei liebt sie Spiele die Geschichten erzählen – nur läuft unser Pandemic-Katastrophenszenario schon so lange, das sie längst jede Verbindung zum Geschehen verloren hat. Kinder, macht das nicht zu Hause nach, spielt das Teil bloß schneller durch als wir!

Für meine Frau haben wir nun ein Belohnungssystem eingeführt – nach einer Partie Pandemic Legacy ist auch wieder ein Fall aus Sherlock Holmes Criminal-Cabinet an der Reihe. Prognosen, ob das reichen wird, um Season 1 in den nächsten paar Monaten zum Abschluss zu bringen, spare ich mir an dieser Stelle lieber – das geht eh nur schief. Aber wir bleiben dran!

Also tatsächlich mal wieder Pandemic Legacy, auf in den (späten) Juli. Nach der letzten, ziemlich verheerenden Niederlage haben wir uns neu aufgestellt: als momentan einziges Mittel gegen die Erloschenen blieb Ryan, der Soldat (Alex) im Team. Daneben feierten Whitney, die Quarantäne-Spezialistin (A-K) und Diana, die Logistikerin (Cat) ihr Comeback, Wissenschaftlerin Marie und Sanitäter David bekamen mal eine Pause.

Unser Team für den späten Juli. Soldat Ryan ist nun bestens ausgerüstet, Whitney traut dem Typen trotzdem nicht und spricht nur noch mit Diana.

Der Aufbau sah dieses Mal gut aus. Erloschene in Los Angeles und dem längst untergegangenen und weitgehend abgeriegelten Khartum, ansonsten hatten wir es erstmal nur mit den konventionellen Krankheiten zu tun. Vorerst drohte nicht die Gefahr, dass COdA auf weitere Regionen überspringt. Der Plan war daher, den Soldaten Ryan nach Südamerika zu schicken, um nach der vermissten Virologin zu suchen. Whitney sollte derweil mit Dianas Hilfe die vorhandenen Krisenherde unter Kontrolle halten und Karten sammeln.

Die Startsituation.

Mein Soldat hatte von vornherein eine Karte in COdA-Farbe mit Ausrüstung auf der Hand – die sich bei Bedarf also immer wieder aus dem Ablagestapel fischen lässt. Perfekt für die Suche nach der Virologin, nun musste nur noch ein passendes Forschungszentrum her. Als drittes Ziel schien der Bau von einer Militärbasis pro Weltregion dank bereits fünf vorhandenen permanenten Basen greifbar nah. Da sollte doch dieses Mal was drin sein!

Tatsächlich lief, auch dank großzügigen 10 Subventionen im Deck, dieses Mal alles erstaunlich glatt. Die erhöhte Beweglichkeit durch Logistikerin statt Sanitäter und die neue Durchschlagskraft des Soldaten durch seine paramilitärische Eskorte machten sich bezahlt. Lediglich das Kartentauschen erwies sich aufgrund von Whitney Paranoia als umständliches Stille-Post-Spiel. Trotzdem gelang es uns schnell, schwarz zu heilen und sogar auszurotten sowie die Virologin zu finden. Nur ein Ausbruch in Los Angeles – ausgelöst durch die Los Angeles-Stadtkarte, hat uns ein bisschen kalt erwischt (die entsprechende Infektionskarte hatten wir mit der „Ruhigen Nacht“ aus dem Spiel entfernt).

Es sollte der einzige Ausbruch bleiben – noch bevor die dritte Epidemie-Karte gezogen wurde, hatten wir das Spiel in der Tasche. Unser erster Sieg seit April (oder, in Realzeit gesprochen: unser erster Sieg seit Dezember 2017!). So wichtig für die Moral des Teams! Und natürlich einzig unserem Können zuzuschreiben, keine Spur von Kartenglück!

Endlich mal wieder ein Sieg.

Die nächsten beiden Karten des Nachziehstapels wären übrigens zwei Epidemien gewesen.

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