Wir haben einen Plan (Pandemic Legacy Blog, Teil 10)

Achtung! Spoilerwarnung! In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit Pandemic Legacy: Season 1 – für mich, für alle Beteiligten und für Spieler, die das Spiel selbst schon gespielt haben, und neugierig sind, wie es anderen in ihren Kampagnen so erging. Spoiler sind also unvermeidbar. Jetzt aber wirklich: es geht voran, und wir spielen den Juli.

Achtung, Spoiler!

Der Januar ist ja die Zeit der guten Vorsätze, und neben den üblichen, die normalerweise einen gesünderen Lebensstil betreffen, haben meine Mitstreiterinnen und ich uns auch ein spielebezogenes Ziel gesetzt: die Pandemic Legacy-Runde soll keines stillen und unrühmlichen Todes sterben. Nach nur drei Partien 2018 wollen wir COdA Anno 2019 endlich zeigen, was eine Harke ist!

Damit sich dieser Plan nicht zu all den Kilometern, die wieder nicht gelaufen werden, oder all den Zigaretten, auf die wieder nicht verzichtet wird, gesellt, trafen wir uns am Dienstag zu dritt zur ersten Pandemic Legacy Partie des Jahres. Dieses Mal stand wirklich der Juli auf dem Plan, den wir letztes Mal bereits versehentlich angespielt hatten. Neben den bereits bekannten Aufgaben galt es nun also wirklich, auf die Suche nach der verschollenen Virologin zu gehen. Nach dem Aufbau, der uns je drei Erloschene in Algier und Sydney bescherte, entschieden wir uns für folgendes Team: David, der Sanitäter (Cat), Marie, die Wissenschaftlerin (A-K), Ryan, der Soldat (Alex).

Pandemic Legacy früher Juli Spielaufbau
So harmlos fing es an.

Unser Schwerpunkt in den ersten Runden lag darauf, Europa mit Straßensperren gegen ein Überschwappen der COdA-Epidemie abzusichern und Karten zum Entdecken der Heilmittel für die drei gewöhnlichen Heilmittel zu sammeln. Die Suche nach der Virologin wurde erst einmal ignoriert. Es ging gut los: Durch die Konkurrenz zwischen David und Ryan konnten wir die „Zähe Bevölkerung“ wieder aus dem Ablagestapel fischen und sowohl Sydney als auch Algier aus dem Infektionsablagestapel zu entfernen.

Pandemic Legacy früher Juli Erloschene
In Nordafrika sieht es gar nicht gut aus.

Bergab ging es kurz nachdem wir das blaue Heilmittel entdeckt hatten: A-K zog Istanbul vom Spielerkartenstapel, platzierte dort den dritten Erloschenen und zog dann Istanbul vom Infektionsdeck. Ausbruch, Kettenreaktion! Ab jetzt war es ein Rennen gegen die Zeit, denn die Erloschenen wurden einmal mehr knapp. Unser Soldat war nun nur noch damit beschäftigt, auf rabiate Art und Weise mittels Handgranaten für etwas Entlastung zu sorgen. Wir opferten eins der einmaligen „Impfstoff-Experiment“-Ereignisse aus Box 8, um uns etwas Luft zu verschaffen und eine Epidemie auszulassen, aber vergeblich: kurz bevor wir die dritte Krankheit heilen konnten, gingen uns nach einem Ausbruch in Lagos die Erloschenen aus. Niederlage Nummer 5 in Serie!

Pandemic Legacy früher Juli Impfstoff-Experiment
Das war mal ein Impfstoff-Experiment. Bleiben noch zwei.

Argh! Frust! Wir waren so nah dran! Immerhin konnten wir unsere Militärbasis in Algier permanent machen, dafür gingen mit Moskau und St. Petersburg zwei weitere Städte an die Erloschenen. Keine guten Aussichten für den späten Juli.

Pandemic Legacy früher Juli Spielende
Situation am Spielende. Mit dem Ausbruch in Lagos waren nicht mehr genug Erloschene im Vorrat.

Gedanken direkt nach der Partie

Hey, wir haben die Regeln auf die Reihe bekommen! Nach dem Chaos beim letzten Mal auch nicht selbstverständlich.

Wir waren so nah dran: Drei Spielzüge hätten uns dieses Mal zum Sieg gefehlt. So nah waren wir schon länger nicht am Sieg, gereicht hat es trotzdem (mal wieder) nicht. Gewinnen wir überhaupt noch mal ein Spiel? Bestimmt. Vielleicht. Hoffen wir.

Der nächste Plot-Twist kommt bestimmt: Denn die COdA-Epidemie kann in dem Tempo nicht mehr lange so weitergehen, oder wir können uns gleich ergeben. Wir haben schon wieder zwei weitere Städte an die Erloschenen verloren. Aber ich habe da Vertrauen, dass uns das Designer-Team bald auf andere Art und Weise ärgert.

Wir waren jung und naiv: Was hat uns eigentlich geritten, als wir die Narbe für unsere Quarantäne-Expertin ausgewählt haben? Aufgrund ihrer Paranoia ist sie mittlerweile quasi unbenutzbar. Zur Erinnerung: sie kann nur noch mit Charakteren Karten austauschen, zu denen sie eine Beziehung hat. Sind die nicht im Spiel, kann man die Quarantäne-Expertin gleich mit in der Box lassen. Andere Narben wären im Vergleich nicht so wild gewesen.

Time to say Goodbye: Es wird Zeit, unserem Sanitäter David eine Auszeit zu gönnen. Es gibt einfach nicht mehr genug für ihn zu tun, und andere Charaktere werden dringender gebraucht. Schade für Cat, die den Charakter seit Beginn der Kampagne nicht mehr rausrücken mag – und eigentlich ist es ja auch einer der erwünschten Effekte eines Kampagnenspiels, dass die Spieler ihre Charaktere lieb gewinnen. Vielleicht bekommt er ja noch mal ein Comeback.

Wir erhöhen die Schlagzahl: Nachdem aus dem Monats- zuletzt ein Halbjahresrhythmus geworden ist, versuchen wir es jetzt einfach mal im Wochentakt. So als Kontrastprogramm. Der nächste Spieltermin ist für nächste Woche Donnerstag vorgesehen.

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