The Show must go on (Pandemic Legacy Blog, Teil 7)

Achtung! Spoilerwarnung! In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit Pandemic Legacy: Season 1 – für mich, für alle Beteiligten und für Spieler, die das Spiel selbst schon gespielt haben, und neugierig sind, wie es anderen in ihren Kampagnen so erging. Spoiler sind also unvermeidbar. Dieses Mal: nach langer Pause gab es Mai, die Zweite!

Achtung, Spoiler!

Ich liebe Kampagnen-Spiele, egal ob Legacy oder nicht. Deshalb schaue ich auch oft etwas neidisch auf all die glücklichen Brettspiel-Twitter, die (so scheint es manches Mal) eine großangelegte Kampagne nach der anderen herunterspielen; die an Pandemic Legacy Season 2 längst Charterstone und Rise of Queensdale herangehängt haben und irgendwoher trotzdem noch Zeit für ihre Gloomhaven-Kampagne finden.

Die bittere Wahrheit über mich ist nämlich: obwohl ich Kampagnen-Spiele liebe, bin ich nicht so richtig gut darin, sie auch durchzuziehen. Wer meinen Blog semiregelmäßig verfolgt, wird festgestellt haben, dass es wieder einmal für längere Zeit still geworden ist um meine Pandemic Legacy: Season 1-Kampagne. Fast ein halbes Jahr haben wir pausiert, da eine Mitspielerin schlicht nicht die Zeit zum Spielen hatte. Natürlich nehme ich es niemandem übel, wenn andere Dinge wichtiger als der Brettspielabend sind. Spielen soll ja ein Hobby sein, das Spaß macht, und keine Pflichtaufgabe. Außerdem habe ich selber schon mehr als eine Kampagne ausgebremst (angefangen bei der D&D-Runde damals im ersten Uni-Jahr. Sorry, Leute!). Für die Spielerunde stellt sich dann trotzdem die Frage: was macht man mit der angebrochenen Kampagne, wenn ein Mitspieler ausfällt?

Die Antwort darauf hängt vermutlich mit der Herangehensweise an die Kampagne zusammen: habe ich ein Spielerlebnis für eine bestimmte Gruppe gesucht, oder eine Gruppe für ein bestimmtes Spielerlebnis?  In unserem Fall war es zwar schon so, dass ich unbedingt Pandemic Legacy spielen wollte, aber da wir mit guten Freundinnen spielen, stand doch immer die soziale Komponente im Mittelpunkt: das Gruppenerleben beim Spielen, aber auch das ritualisierte Drumherum, das so ein regelmäßiger Spieleabend mit sich bringt. Ich nehme an, die Situation wäre anders, wenn ich meine Mitstreiter in einer der lokalen Brettspielgruppen auf Facebook oder anderswo rekrutiert hätte.

Aber nun war der fünfte Monat ohne Spielerunde angebrochen – und wir haben dann doch die Entscheidung getroffen, mit reduzierter Besetzung die nächste Partie anzugehen. Einmal, weil wir es dann doch zu schade gefunden hätten, wenn Pandemic Legacy halb durchgespielt auf dem Regal verstaubt wäre; zum anderen auch, weil wir dachten, dass es unserer verhinderten Mitspielerin nur unnötigen sozialen Druck machen würde, wenn drei Leute mit den Hufen scharren, weil sie endlich wieder Seuchen bekämpfen wollen.

Also, wo waren wir noch gleich?

Voller Tatendrang versammelten sich also an einem schönen Maiabend drei Seuchenbekämpfer, um den Fehlschlag aus der ersten Mai-Partie auszubügeln. Schon der Spielaufbau bescherte uns reichlich Krisenherde in erloschenen Städten. Von Los Angeles und Mexiko Stadt aus drohten die Coda-Infizierten ganz Nordamerika zu überschwemmen.Wir entschieden uns, mit der Kombination Colonel Tom (A-K), Sani David (Cat) und Betriebsexperte Eddy (Alex) dagegen zu halten.

Unser Plan, mit dem wir die Situation wieder unter Kontrolle bringen wollten, war eigentlich solide: in Eddys Zug eine Militärbasis in Nordamerika bauen, in Toms Zug mit der Errichtung von Straßensperren um LA beginnen, um den Rest der USA vor der Ausbreitung der Erloschenen zu bewahren. Nun, man muss nicht Pandemie gespielt haben, um zu wissen, dass die meisten Pläne den ersten Feindkontakt nicht überleben. Der erste Spielerzug brachte sogleich die erste Epidemie, einen Ausbruch in Los Angeles und die Ausweitung der COdA-Pandemie auf Sydney und Chicago, und der schöne Plan war über den Haufen geworfen.

Der Rest der Partie fiel unter die Kategorie „kurz und schmerzhaft“. Das einzige Ziel, dem wir einigermaßen nahe kamen, war die Errichtung von Militärbasen in allen Weltregionen. Ansonsten waren wir nur um Schadensbegrenzung bemüht. Der achte Ausbruch lieferte uns ziemlich schnell das unrühmliche Ende des Wonnemonats. Immerhin gelang es uns, Atlanta auch für zukünftige Partien durch die Errichtung einiger permanenter Straßensperren abzuschirmen.

Später Mai: Situation am Spielende
Das sieht nicht gut aus für Nordamerika.

Am Tag nach dem Spiel hat sich unsere vierte Mitspielerin beim Sport nach dem Stand unserer Weltrettungsbemühungen erkundigt, woraufhin wir ganz geknickt von unserem Fehlschlag berichten mussten. Vielleicht sind wir ja beim nächsten Mal wieder zu viert. Die Welt kann jede Unterstützung gebrauchen. Und zu dritt ist unser Pandemie-Ritual irgendwie auch nicht komplett.

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