Überrannt (Pandemic Legacy Blog, Teil 6)

Achtung! Spoilerwarnung! In diesem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit Pandemic Legacy: Season 1 – für mich, für alle Beteiligten und für Spieler, die das Spiel selbst schon gespielt haben, und neugierig sind, wie es anderen in ihren Kampagnen so erging. Spoiler sind also unvermeidbar. Wir stellen uns dem Mai!

Achtung, Spoiler!

Wir wussten alle, dass dieser Tag kommen würde. Seit Monaten bekämpfen wir gegen alle Widrigkeiten die COdA-Epidemie. Doch wir arbeiten am Limit. Unsere Ressourcen sind knapp; die Politiker sehen die Dringlichkeit des Kampfes gegen diese Pandemie nicht, und haben unsere Subventionen auf Null gekürzt. Unsere jüngsten Erfolge schienen ihnen sogar Recht zu geben. Gleichzeitig hat das Center for Disease Control uns mehr und mehr Arbeit zugeteilt, so dass wir dieses Mal gleich drei Aufgaben erfüllen sollten. Wir wussten: irgendwann würde uns ein Fehler passieren, und dieser würde Menschenleben kosten.

Und noch etwas war uns allen klar: die Lage, die seit letztem Monat durch das erneute Mutieren von COdA und das Auftreten der sogenannten „Erloschenen“ weiter eskaliert war, erforderte drastische Mittel. Einmal mehr war es das Militär, dass uns mit seinen Ressourcen zur Hilfe eilte. Ein Colonel der U.S. Army, der sich als Tom vorstellte, stieß – mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet – zu unserem Team. Ein alter Kollege von Whitney anscheinend. Es war gut, noch jemanden dabei zu haben, dem Whitney vertraute, denn sie verhielt sich seit dem Zwischenfall im April zeitweise vollkommen paranoid. Unser Einsatzteam vor Ort bestand somit aus Whitney, der Quarantäne-Expertin; Tom, dem Colonel; David, unserem Sanitäter, und Eddy, dem Betriebsexperten.

Pandemic Legacy Charakter Colonel
Mal wieder ein neues Teammitglied. Der Colonel ist nicht zimperlich und setzt militärische Gewalt gegen die Infizierten ein.

Der Monat hatte kaum begonnen, als die Situation begann, außer Kontrolle zu geraten. Immer mehr Berichte über Erloschene drangen zu uns vor. Ganze Regionen Südamerikas und Afrikas, so hieß es, würden von Horden tobsüchtiger Infizierter überrannt. Und in diesem entscheidenden Moment passierte der Fehler wir. Statt den Durchgangsverkehr von Süd- nach Mittelamerika abzuriegeln, solange es noch eine Option war, versuchten wir in einem gewagten Manöver, mit Hilfe des Militärs in Kolumbien Fuß zu fassen. Zwar gelang es uns, in Kooperation mit den dortigen Behörden einen dauerhaften Stützpunkt zu errichten. Doch während wir an dieser Front gebunden waren, drangen tausende und abertausende Infizierte mit den südamerikanischen Flüchtlingsströmen unkontrolliert nach Norden. Wir konnten Florida vorläufig retten, aber Kalifornien musste für unser zögern teuer bezahlen – Los Angeles ist als erste nordamerikanische Stadt offiziell auf die Liste der erloschenen Städte gesetzt worden.

Am schlimmsten aber traf es Afrika. Wir haben viel gesehen, seit COdA wütet, aber das Ausmaß der Zerstörung in Khartum stellt alles bisher dagewesene in den Schatten. Von einer der größten Städte Afrikas ist kaum mehr übrig als Trümmer und Chaos. Bilder gingen um die Welt, die aus einem George Romero Film stammen könnten. Und wir, kurzzeitig selbst von Erloschenen überrannt, waren dazu verdammt, dem grausigen Schauspiel von den billigen Plätzen aus zuzusehen, während direkt außerhalb unserer Basis Soldaten versuchten, Plünderern und Infizierten gleichermaßen Einhalt zu gebieten.

Während ich dies hier schreibe ist es ruhig geworden. Es sind keine Schüsse mehr zu hören – draußen hat die Armee die Situation anscheinend unter Kontrolle gebracht. Das heißt für uns, dass wir bald wieder raus müssen. Der Mai ist noch nicht vorüber. Wir müssen uns der Pandemie erneut stellen stellen, wir müssen COdA ins grauenvolle Antlitz sehen, und wir dürfen niemals vergessen, was in Khartum und anderswo passiert ist. Vor allem aber dürfen wir die Leute da draußen nicht im Stich lassen. Wir sind ihre einzige Hoffnung.

Pandemic Legacy Früher Mai Spielende
Das Ende: wir wurden von Erloschenen überrannt und haben durch den achten Ausbruch verloren.

Lizzy O’Donnell, Wissenschaftliche Mitarbeitern der COdA-Taskforce am CDC, früher Mai, im Jahr der Plage.

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